Leit- und Folgefinger

Ich weiß nicht, ob einer der Mitlesenden schon mal einen Sachverhalt, auf den ich heute zu sprechen komme, beobachtet hat. Nämlich eine Art Wertigkeit der Finger im Bewusstsein, wenn mehrere Finger gleichzeitig koordiniert werden müssen.

Die Wahrnehmung der einzelnen Finger ist unterschiedlich. Ich persönlich würde diese Unterschiede mit den Begriffen Leitfinger und Folgefinger beschreiben.

Leitfinger: Dieser Finger ist stärker im Bewusstsein und ist der Finger mit dem man hauptsächlich zielt.

Folgefinger: Diese Finger sind eher schwach im Bewusstsein.

In der Bewegungsvorstellung gibt es meistens eine zeitliche Reihenfolge zwischen den Fingern. Man denkt zu erst an den Leitfinger und dann an die Folgefinger.

Doch die Entscheidung, was für ein Finger jetzt Leitfinger und Folgefinger ist, wird selten bewusst getroffen, sondern man nimmt die Entscheidung des Kopfes einfach hin.

Doch was passiert, wenn man die Rangordnung abändert. Dazu zwei Beispiele.

Gegenbewegung angelegter Wechselschlag

Der Rückholfinger beim angelegten Wechselschlag löst ganz gerne zu spät aus. Wenn ich meinen Schülern die Anweisung gebe, sie möchten die Anschlagsbewegung mit der Rückholbewegung einleiten, verändert sich das Bild deutlich zum Besseren hin.

Dritter und vierter Finger bei G-Dur gemeinsam aufsetzen

Das Problem ist bei dieser Bewegung, dass der dritte Finger die Bewegung einleitet und den vierten Finger hochzieht. Fordere ich die Schüler auf, die Bewegung mit dem vierten Finger einzuleiten, unterliegt der vierte Finger deutlich weniger dem „Zugzwang” des dritten Fingers.

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Der Beitrag wurde am Freitag, den 23. April 2010 um 08:29 Uhr veröffentlicht und wurde unter Unterricht, Technik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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