Dieser Beitrag ist für diejenigen gedacht, die Intervalle nicht nur für die nächste Musikarbeit lernen wollen/müssen. Es gibt hier einige Tipps, wie man sein Wissen über Intervalle vertiefen und sichern kann.
Mir ist, als ich jetzt versucht habe Lernstrategien für die Musiktheorie für meine Schüler zu entwickeln, aufgefallen, wie ich Intervalle analysiere. Ich zähle nicht die Schritte ab, sondern ich habe Referenzintervalle im Kopf, mit denen ich die zu bestimmenden Intervalle abgleiche.
Wie kannst Du dir das vorstellen? Nehmen wir mal einfach #c und #a. Von c und a weiß ich, dass es eine große Sexte ist. Da #c und #a jeweils einen Halbton höher sind als c und a, ist mir damit klar, dass es sich bei diese Tönen auch um eine große Sexte handelt.
Deswegen würde ich dir empfehlen, jedesmal, wen Du ein Intervall bestimmst oder sonst mit Intervallen zu tun hast, dann bestimme auch das Intervall der Stammtöne. Also wenn du zum Beispiel das Intervall “g - des” bestimmst, dann bestimme auch noch das Intervall g und d.
Da Du damit sehr häufig die Intervalle von C-Dur bestimmst, wirst Du die Größe dieser Intervalle hoffentlich bald auswendig können und kannst sie damit auch als Referenzintervall verwenden.
Eigentlich kennt man Intervalle nur, wenn man sie hörend erkennt.
Du kanst dazu die diversen Gehörbildungsprogrammen im Netz verwenden. Man hört die Intervalle, schreibt diese auf und analysiert, was für ein Intervall man gehört hat. Spontan fällt mir dazu Solfege - ein OpenSource-Programm, also kostenlos - ein.
Eine etwas andere Variante, der gerade genannten Methode wäre, Du suchst hörend für einige Tage ein bestimmtes Intervall aus irgendwelchen Musikstücken. Dazu kannst Du audacity nutzen.
Für diese Methode geeignete Beispiele zu finden ist relativ einfach, wenn es sich um sukzessive Intervalle handelt. Also wenn die Töne hintereinander gespielt werden.
Schwieriger wird für bei simultanen Intervallen. Auf Anhieb fallen mir natürlich die zweistimmigen Inventionen von Bach ein.
Wenn die anfänglich zu schnell sind, besorgt euch MIDI-Datei von den zweistimmigen Inventionen und einen MIDI-Player in dem ihr das Tempo bestimmen und notfalls auch die Instrumentenbelegung ändern könnt.
Du kannst auch eine Exeldatei benutzen, die bei meinen Rumbasteleien für Unterichtsmaterial entsanden ist. Mit dieser Datei kannst Du dir endlose Intervallschreib und -singaufgaben stellen.
Die Datei wurde mit Exel 2003 unter Windows XP erstellt. Vermutlich funktioniert die Datei auch unter OpenOffice und anderen Betriebssystemen. Rückmeldung unter den Kommentaren wäre nett und hilfreich.
Und jetzt der Link zur Exeldatei.
Der Beitrag wurde am Freitag, den 20. Oktober 2006 um 08:05 Uhr veröffentlicht und wurde unter Lernen, Musiktheorie abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
2 Reaktionen zu “Strategien zum Intervalle lernen”
hallo,
eine super idee mit den mp3-dateien,
genau das was ich gesucht habe : -)
um “intervalle heraushören” zu üben,
nur schade dass die website nur so eine geringe bandbreite hat und nicht download-resume-ing
unterstützt, man muss ewigkeiten mit 6kbit/s laden und wenn der computer mal abstürzt, wieda von vorne anfange
trotzdem, super idee und vielen dank für die datein,
mfG
JOhannes
@Johannes:
Die Bandbreite ist wirklich nicht so prickelnd. Wobei ich bei meinen Test zwischen 30 und 100 kbit/s geschwankt habe. Ist auch teilweise von der Tageszeit abhängig. Wenn die Amerikaner surfen, wird es meist knapp.
Hauptproblem ist leider trotz MP3 die Datenmenge und der resultierende Traffic. Das ginge bei den Runterladezahlen dann schon etwas ins Geld. Bei meiner Lösung zahlt jemand anders (Mydatabus.com).
Wenn dir andere schnellere Lösungen bekannt sind, nur her damit.
Grüße
Stephan
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